Spätestens seit dem Bekanntwerden der Pläne der „Sauerland-Gruppe“ ist einer breiteren Öffentlichkeit bewusst geworden, dass es auch in Deutschland eine militante islamistische Szene gibt. Diese setzt sich zum einen aus hier aufgewachsenen Jugendlichen mit „Migrationshintergrund“ zusammen, für die ein radikaler Islam zu einem kulturellen Halt in einer zunehmend als feindlich empfundenen Umwelt geworden ist. Selbst hierzulande aufgewachsen, wird das Leben im Zeichen der Scharia zu einem Ideal stilisiert, der „Westen“ und seine als zu offen empfundene Kultur für alle Probleme und Unzulänglichkeiten der Welt verantwortlich gemacht.
Auf der anderen Seite bezieht der radikale Islam sein Personal aber auch aus Konvertiten – vor allem junge Männer , die in der im Vergleich zum praktizierten Christentum strengeren islamischen Religion einen Weg sehen, ihre persönlichen Probleme zu lösen.
Radikalisiert werden diese jungen Menschen nicht allein durch so genannte Hass-Prediger, sondern, ähnlich wie beim Einstieg in die Neonaziszene, durch alle zur Verfügung stehenden Mittel der Popkultur. Wolf Schmidt widmet sich in seinem Buch „Jung, deutsch, Taliban“ diesem Phänomen, untersucht, wer diese Menschen sind, warum sie in den „heiligen Krieg“ gegen den Westen ziehen wollen und was die Gesellschaft dagegen tun kann.
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